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| Author : | Topic: ein paar Stichworte | Bottom |
| yogi admin Posts : 445 ![]() |
Zunächst einmal möchte ich dich im Forum begrüßen. Noch sehen deine Worte für mich etwas verschwommen aus. Aber ich bin mir sicher, dass sich dies bald ändert, denn im Esoterikforum sagtest du ja, dass du bereits einige Erfahrungen mit der Enthaltsamkeit gesammelt hast. Was mir übrigens auch im Esoterikforum gefallen hat, war deine Mitteilung, dass du so musikalisch bist. Wie hast du das Spielen der verschiednen Musikinstrumente gelernt? Das ganzheitliche Vorgehen ist ein umfangreiches Thema. Der Yoga hat daraus eine ganze Philosophie entwickelt. Da ich ein Freund des Rajayoga bin, reduziere ich dieses gantheitliche Vorgehen immer gerne auf die vier, fünf wesentlichsten Punkte. Ich will einmal sehen, welche mir im Moment einfallen:
Wenn du sagst, man sollte weniger mit dem Intellekt vorgehen, dann habe ich damit so einige Probleme. Ich glaube es ist eine Frage des Ehrgeizes und der persönlichen Einstellung und Veranlagung, ob man seinen spirituellen Weg überwiegend emotionell oder intellektuell beschreitet. Als ich zum ersten Mal einen spirituellen beschritt, bin ich mehr oder weniger rein emotionell vorgegangen. Ich habe gesehen, dass mich die Sexualität sehr unglücklich macht und habe mich entschlossen, fortan auf Sexualität verzichtet. Weiterhin hatte ich die tollsten Dinge über Meditation gehört. Da ich aber keine Literatur über Meditation fand, stieß ich auf das Autogene Training (AT), welches ich dann regelmäßig (täglich) praktizierte. Beide Komponenten, die Enthaltsamkeit und das AT katapultierten mich dass in relativ kurzer Zeit ins Paradies. Intellektuell verstand ich allerdings nicht so recht, was da eigentlich vor sich ging. Irgendwann verlor ich dieses Paradies wieder und versank wieder in die Sexualität. Jahre später fing ich dann an, mir die Frage zu stellen, was seinerzeit eigentlich geschehen war. So kam ich mit Yoga in Berührung. Langsam und allmählich fing ich an, zu begreifen, wie spirituelle Fortschritte sich entwickeln. Mit dem Yoga muss man allerding ebenso vorsichtig sein, wie mit den Aussagen der Bibel, denn sie sind oft sehr mystisch verpackt. Auch entspricht nicht alles unbedingt der Wahrheit, was einem da verkauft wird. Ich möchte nur einmal an die Reinkarnation erinnern. Aber zurück, zu deiner Aussage, dass man lieber ganzheitlich vorgehen sollte und den Intellekt nicht allzu sehr strapazieren sollte, weil er den Tiger "zu sehr strapaziert". Es wäre schön, wenn du einmal genauer erklären würdest, was du damit meinst, wo du Gefahren siehst. Es ist richtig, dass die Sexkräfte bemüht sind, ihren Platz in der Welt zu behaupten. Dies ist aber nur darum richtig, weil wir die Sexualität seit unserer frühen Jugend genau darauf kontitioniert haben. Kein Verwircklichter empfindet diese Bedrängnis. Er hat sich davon gelöst. Er ist frei von Begierden. Heutzutage ist es so, dass fast 90 Prozent aller Jungen noch bevor sie die Pubertät erreichen, sexuell aktiv werden und sich damit in die sexuelle Abhängigkeit begeben. Dafür sorgen dann schon die Neurotransmitter, die eine suchtähnliche Abhängigkeit bewirken. Diese sexuelle Abhängigkeit bleibt bei den meisten Menschen bis ans Lebensende bestehen. Sie wollen und können sich nicht davon befreien. Aber dieses sexuelle Begehren wird ihnen keineswegs in die Wiege gelegt. Es entsteht erst durch die eigene sexuelle Aktivität. Weil mir die Beschreibung von Leo Tolstoi in diesem Zusammenhang so gut gefällt, auch wenn sie etwas länger ist, möchte ich sie einmal hier einfügen. Er beschreibt in der "Kreutzersonate": Ein Ausschnitt aus der Kreutzersonate (4. Kapitel): "Es begann zu einer Zeit, da ich noch nicht volle sechzehn Jahre zählte. Ich war damals noch auf dem Gymnasium und mein älterer Bruder stand als Student im ersten Semester. Ich kannte die Frauen noch nicht, doch war ich, wie all die unglücklichen Kinder unserer Gesellschaftskreise, kein unschuldiger Knabe mehr; seit mehr als einem Jahre war ich bereits durch andere Knaben verdorben. Schon machte mir die Frau zu schaffen, nicht eine bestimmte Frau, sondern die Frau als ein süßes Etwas, die Frau schlechthin, jede Frau, die Nacktheit der Frau war es, die mich bereits peinigte. In den Stunden der Einsamkeit vermochte ich nicht, meine Reinheit zu wahren. Ich litt und quälte mich, wie neunundneunzig von Hundert unserer Knaben sich quälen. Entsetzen ergriff mich, ich duldete, ich betete, und kam immer wieder zu Fall. Ich war bereits verdorben in Gedanken und in Wirklichkeit, den letzten Schritt jedoch hatte ich noch nicht getan. Ich ging allein dem Untergange entgegen, hatte aber noch nicht Hand angelegt an ein anderes menschliches Wesen. Doch ein Kamerad meines Bruders, gleichfalls Student, ein lustiger Bursche, ein sogenannter guter Kerl, d. h. ein richtiger Taugenichts, der uns auch das Trinken und Kartenspielen beigebracht hatte, überredete uns, zu einer Kneipe zu fahren. Und so fuhren wir denn da hin. Mein Bruder, der gleichfalls noch unschuldig war, kam in jener Nacht zu Falle. Und ich, der sechzehnjährige, unreife Bursche, besudelte mich selbst und half ein Weib besudeln, ohne auch nur im geringsten zu begreifen, was ich tat. Hatte mir doch niemand von den Älteren je gesagt, daß das, was ich tat, etwas Böses sei. Auch heute wird man eine solche Warnung nie zu hören bekommen. In den ›zehn Geboten‹ ist davon allerdings die Rede, gewiß, aber die ›zehn Gebote‹ sind doch schließlich nur dazu da, daß man dem Religionslehrer bei der Prüfung eine Antwort gibt." Der Schlüsselsatz in der Beschreibung Tolstoi's ist folgender: "Ich kannte die Frauen noch nicht, doch war ich, wie all die unglücklichen Kinder unserer Gesellschaftskreise, kein unschuldiger Knabe mehr; seit mehr als einem Jahre war ich bereits durch andere Knaben verdorben." Genau das passiert auch heute noch. Wir sind nicht mehr unschuldig und voller sexueller Begierden, weil wir uns selbst bereits in früher Jugend bzw. noch in der Kindheit von dem Virus der sexuellen Begierde anstecken lassen. Du sagst, man sollte die Sexkräfte "links liegen lassen, anstatt sich auf einen Zweikampf mit ihnen einzulassen". Du müsstest mir schon erklären, was genau du damit meinst. Ich persönlich vertrete übrigens die Meinung, man sollte sich konsequent von jeglicher Sexualität abwenden, denn um so schneller kann man die sexuelle Begierde ablegen. Alles andere verlängert nur das Leid. Dabei betrachte ich auch die permante sexuelle Bedrängnis als etwas sehr unangenehmes, ist sie doch stets mit dem Verlust der sexuellen Energien verbunden, die uns so unglücklich machen. --Last edited by yogi on 2008-03-05 23:07:23 -- | ||||
| Meditation Brahmacharya Sexualität und Spiritualität |
| Arios Posts : 2 |
Hi Yogi, ich weiss dass ich nicht gut bin in Begebenheiten in Worte zu fassen, es bleiben immer Fragmente. Ich lebe mein Leben viel eher, als dass ich es zu erklären versuche. So ist es auch in der Musik. Ich hab die Instrumente gelernt by "learning by doing", von innen heraus, so auch den Instrumentenbau. Bez. Enthaltsamkeit hab ich erfahren, wenn man viel zu tun hat, eine äussere Tätigkeit, Aufgabe umsetzt(sollte aber von innen generiert sein), dann hat die Sexualität nun schon dadurch weniger Platz im Leben,d.h. wenn sie nicht gefragt ist und kein Raum für sie da ist, zieht sie sich zurück. Das ist kein Verdrängen, sondern ein natürlich wachsendes replacement. Gruss aus dem Musikland, Arios |
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