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forum Forum index forumBrahmacharya - Enthaltsamkeit - Zölibat forumRamana Maharshi

Author : Topic: Ramana Maharshi  Bottom
 yogi
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 yogi
  Posted 30/01/2009 06:33:19 PM
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Erinnerungen eines Sadhus

Zitat:
"Der Engländer Alan Chadwick, der sich später „Sadhu Arunachala“ nannte, diente im 1. Weltkrieg als Major in der britischen Armee. Durch Paul Bruntons berühmtes Buch „A Search in Secret India“ hörte er zum ersten Mal von Ramana Maharshi. Er erkannte in ihm seinen seit langem gesuchten spirituellen Meister. 1935 reiste er zu ihm nach Tiruvannamalai in Südindien, ohne zu ahnen, dass er nie wieder in seine Heimat zurückkehren würde.

Gleich nach seiner Ankunft im Ashram fand er zu einer Vertrautheit mit dem Maharshi, die in ihrer Art einmalig war. Sri Ramana verhielt sich ihm gegenüber ausgesprochen offen und interessiert. Sie führten lange Gespräche miteinander, was sehr ungewöhnlich war, da der Maharshi normalerweise wenig mit den Besuchern sprach. Auch war es nicht üblich, dass ein Besucher für längere Zeit im Ashram wohnen durfte, doch Chadwick wurde ganz selbstverständlich Dauergast. Man baute für ihn das erste private Häuschen auf dem Ashramgelände. Den Grund für diese bevorzugte Behandlung kann man in einem Ausspruch Sri Ramanas finden, der über Alan Chadwick folgendes sagte: „Chadwick war schon früher [in einem früheren Leben] bei uns. Er war einer von uns. Er trug den Wunsch in sich, im Westen geboren zu werden, und das hat sich erfüllt.“ Nachdem Ramana Maharshi 1950 gestorben war, verließ er Ramanashram nicht wie so viele andere, sondern blieb bis zu seinem Tode dort. Er starb kurz vor dem Osterfest 1962. Seine letzten Worte waren: „Ich weiß, es sind noch fünf Tage, aber es ist schon Ostern.“ Man begrub ihn mit allen Ehren wie einen Hindu-Sadhu im Ashram.

Major Chadwicks Büchlein muss deshalb für alle, die sich mit Ramana Maharshi befassen, von Interesse sein. Es vermittelt dem Leser einen intimen Blick in das Leben des Maharshi und in die vielfältigen Geschehnisse im Ashram jener Tage."

Quelle: Ramana Maharshi: Erinnerungen eines Sadhus (89 Seiten)

Ich habe gerade angefangen, in dem Buch von Alan Chadwik zu lesen. Auf Seite 14 stieß ich auf folgenden Hinweis:

Zitat:
"Nachdem ich ein oder zwei Tage hier war, bat Bhagavan (Ramana Maharshi) jemanden, mir ein Exemplar von „Who am I?“ zu geben und wies mich an, es zu lesen. Es enthält die Essenz seiner Lehre. Obwohl er erst 21 Jahre alt war, als er dies lehrte, veränderte sich nie etwas daran. Bhagavan mochte über alle möglichen philosophischen Richtungen sprechen und ihre Systeme erklären, wenn er danach gefragt wurde, aber seine Lehre und Anweisung für Sadhana (für die spirituelle Praxis) sind vollständig in „Who am I?“ enthalten. Alles andere war für ihn nur Füllwerk oder eine Weiterentwicklung für jene, die mit der Einfachheit und unkomplizierten Erklärung dieses kleinen Buches nicht zufrieden waren."

Quelle: Erinnerungen eines Sadhus

Ich schaute mich im Internet um, ob es das Büchlein "Who am I?", zu Deutsch, "Wer bin ich?", auch im Internet gibt. Ich habe es tatsächlich gefunden:

Ramana Maharshi: Wer bin ich?

Obwohl ich sagen muss, dass mir die Theorien Ramana Maharshis, die den Vorstellungen des Advaita Vedanta entsprechen, und auf denen er seine Lehre aufbaut, nicht besonders gefallen. Jedenfalls kann ich mit seiner Monismusvorstellung (Monismus bedeutet, dass alles Ausdruck des Göttlichen ist. So ist also auch die Natur und der Mensch nichts anderes als Ausdruck des Göttlichen) und der Vorstellung, dass das "Ich" eigentlich nicht existiert, sondern alles eigentlich Ausdruck des "Selbst", des Göttlichen, ist, nicht viel anfangen. Mich interessiert ohnehin eher, wie sein Leben real aussah.

Wer sich noch mehr mit Ramana Maharshi beschäftigen möchte, der findet hier noch ein PDF-Dokument von Gabriele Ebert über ihn:

Ramana Maharshi und seine Schüler - Band 1 (108 Seiten)

Ramana hatte teilweise sehr mekrwürdige Ansichten. Einerseits leugnete er das "Ich", für ihn war dieses "Ich" nur Ausdruck des göttlichen "Selbst" und andererseits konnte er sich nicht einmal von den Kastenregeln distanzieren. Das spricht nicht gerade für einen fortschrittlichen Geist. Es spricht sogar eher für eine recht eigenwillige Weltanschauung. Im Buch "Erinnerungen eines Sadhus schreibt der Autor, Alan W. Chadwick, auf Seite 27:

Zitat:
"Die Leute beklagten sich oft, dass die Kastenregeln im Speisesaal befolgt wurden. Warum ließ Bhagavan (Ramana Maharshi) das zu, wenn er doch selbst jenseits aller Kastengesetze stand?

Der Speisesaal wurde durch einen Wandschirm, der fast die ganze Breite des Raumes ausmaß, in zwei Bereiche geteilt. Bhagavan saß in seiner Öffnung im rechten Winkel zu ihm und war so von beiden Seiten aus sichtbar. Auf der einen Seite saßen die Brahmanen (Priester), auf der anderen die Übrigen.

Viele Leute beschwerten sich darüber und beklagten sich über Bhagavan, dass er so etwas erlaubte. Stand er denn nicht jenseits aller Kastengesetze? Natürlich war das so. Deshalb nahm er seine Mahlzeit ja auch mit beiden Seiten zusammen ein.

„Warum lässt er das zu?“, fragten die Leute. Er ließ es aber nicht nur zu, sondern er bestand sogar darauf.

Es kamen Brahmanen in den Ashram, die damit argumentierten, dass bei Bhagavan sowieso alle gleich seien und sich auf die Nicht-Brahmanenseite des Wandschirms setzten. Bhagavan missbilligte das, indem er sie fragte: „Esst ihr auch zu Hause mit Nicht-Brahmanen?“

„Nein, aber bei Bhagavan ist es etwas anderes“, lautete gewöhnlich die Antwort.

„So wollt ihr Bhagavan als Ausrede dafür benutzen, eure Kastenregeln zu brechen? Wenn ihr auch außerhalb des Ashrams die Regeln nicht beachtet, ist nichts dagegen einzuwenden, es auch hier bleiben zu lassen. Aber ihr könnt euch nicht einfach herausreden und hier etwas tun, das ihr zu Hause für falsch haltet.“

Quelle: Erinnerungen eines Sadhus

Und dann ist mir noch eine Besonderheit von Ramana Maharsh aufgefallen. Alan W. Chadwick schreibt: "Er kaute regelmäßig nach dem Essen Betel, bevor er zu seinen Spaziergängen auf den Berg aufbrach." Um zu erfahren, was Betel eigentlich für eine Wirkung hat forschte ich im Internet. Bei neuro24.de fand ich:

"Betel Nuss kauen soll ein Wohlbefinden, eine Euphoria, Schweißausbrüche, Speichelfluss, Herzklopfen, Wachheit und Überwachheit erzeugen. Die Nutzung von Betel als Droge ist alt, die Nuss wurde bereits vor 13.000 Jahren auf der Insel Timor und vor 10.700 Jahren in Thailand gekaut. Die Betelnuss wird mit 1/2g gebranntem Kalk in den Mund gesteckt, typisch ist ein rotgefärbter Speichel. Betel ist auf den Phillipinen Pakistan, Indien, Südostasien, in Südchina verbreitet und gehört zu den am häufigsten genutzten Drogen überhaupt. Betel wirkt überwiegend auf das zentrale und autonome Nervensystem. Die Herzfrequenz steigt bereits nach 2 Minuten an, maximaler Effekt innerhalb von 4± 6 Minuten, Dauer durchschnittlich 16.8 Minuten."

Auch wenn Ramana dies offensichtlich im hohen Alter aufgab, so hätte ich dieses nicht unbedingt von ihm erwartet. Wieso muss jemand, der angeblich ohnehin in Seligkeit schwebt, auch noch durch Drogen (Betelnüsse sind eine Art Droge) nehmen? Im Buch steht zwar, dass Ramana Maharshi die Betelnüsse angeblich wegen der Verdauung nahm. Aber da habe ich so meine Zweifel, denn der Sadhu der das Buch schrieb, scheint gegenüber Ramana Maharshi jede kritische Distanz vermissen zu lassen. Dies ist jedenfalls mein Eindruck. Vielleicht nahm Ramana Maharshi die Betelnüsse auch aus Gewohnheit. Ich stelle mir auch die Frage, wie lange er die Betelnüsse nahm und welche Rolle dabei seine Erkrankung (Krebs) spielte. Einerseits ignoriert er das "Ich" und meint, alle Dinge seien im Grunde genommen Ausdruck des göttlichen "Selbst", andererseits aber wimmert er nachts vor Schmerzen. Betelnüssen wird ja nachgesagt, dass sie Schmerzen lindern. Mir erscheinen die Vorstellungen der Advaita-Theorie ohnehin etwas absurd. Ich denke, sie sind Ausdruck der Unwissenheit, weil die Menschen der damaligen Zeit keine Möglichkeit hatten, sich die Dinge anders zu erklären, als sie religiös zu interpretieren.

Hier noch ein Buch über Ramana Maharshi:

Suri Nagamma: Mein Leben im Ramanashram

Hier eines der wenigen Texte, die Ramana Maharshi selber schrieb:

Ramana Maharshi — Vierzig Verse (Ulladu Narpadu)

Hier noch ein Werk von Ramana Maharshi:

Ramana Maharshi - Vichara Sangraham (Selbsterforschung)  

--Last edited by yogi on 2009-02-01 16:50:58 --

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 yogi
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  Posted 30/01/2009 08:00:18 PM
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Berührungen

Ich habe da noch eine wundervolle Begebenheit aus dem Buch "Ramana Maharshi und seine Schüler" von Gabriele Ebert. Ramana Maharshi mochte es normalerweise nicht, von anderen berührt zu werden oder andere zu berühren. Das ist insofern auch verständlich, weil jeden Tag viele Menschen zu ihm kamen, sowohl seine Jünger, aber auch viele Besucher. Gelegentlich aber legte er den Menschen auch seine Hände auf und umarmte sie. Von einem solchen Fall wird auch auf Seite 18 in dem Buch berichtet.

Zitat:
Annamalai Swami wurde einmal vom Ramana Maharshi im Badezimmer völlig unerwartet umarmt. Dieses intensive Erlebnis löste für ihn eine Wende aus. Fortan würde er alle Tätigkeiten aufgeben und nur noch ein meditatives Leben führen. „Es war keine kurze Umarmung. Madhava Swami sagte mir später, Bhagavan habe mich etwa zwei Minuten lang fest in die Arme genommen. Nach wenigen Sekunden verlor ich jedes Bewußtsein meines Körpers und der Umgebung. Anfangs empfand ich Freude und Glückseligkeit, aber sie wichen bald einem Zustand, in dem ich nichts mehr fühlte und empfand. Ich war nicht bewußtlos, nahm aber einfach nichts mehr von dem wahr, was um mich herum vorging. Dieser Zustand dauerte etwa fünfzehn Minuten an. Als ich mein normales Bewußtsein wiedererlangte, stand ich allein im Badezimmer. Madhava Swami und Bhagavan waren längst zum Frühstück gegangen.“

Quelle: Ramana Maharshi und seine Schüler

Ich habe mir die Frage gestellt, wie es wohl kommt, dass Annamalai Swami, nachdem er von Ramana Maharshi umarmt wurde, für etwa 15 Minuten das Bewusstsein verlor. Ich nehme nicht an, dass göttliche oder übernatürliche Kräfte dafür verantwortlich sind. Vielmehr gehe ich davon aus, dass die Menschen, die zu Ramana kamen in einer derartigen Erwartungshaltung zu ihm kamen und in ihm einen göttlichen Meister sahen, dass man fast schon von einer Hörigkeit sprechen kann. Sie geben ihr eigenes Ich, auch ihre Kritikfähigkeit, falls sie sie wirklich besessen haben, vollkommen auf und legen alle Hoffnung auf den Guru. Es mangelt auch vielfach an der eigenen Anstrengung, den spirituellen Weg in eigener Verantwortung zu beschreiten.

Aber auch Ramana Maharshi scheint ein gewisses Interesse daran zu haben, dass andere meinen, es sei so etwas wie ein Heiliger. Nach dem ich mir die drei Texte, die ich im Eingangsbeitrag aufgezählt habe, gelesen habe, hat sich mein Bild von Ramana Maharshi jedenfalls ein klein wenig gewandelt. Bevor ich die Texte las, sah ich in Ramana Maharshi auch so etwas wie einen Übervater, einen Heiligen. Durch die Texte hatte ich allerdings den Eindruck, dass auch Ramana Maharshi noch seine Ecken und Kanten hatte. Wenn er z.B. gelegentlich wütend wurde, so weist das nicht unbedingt darauf hin, dass er wirklich Befreiung erlangt hat. Auch seine Anstrengungen, andere, die ihm seinen Platz streitig machen wollten, und sich selber auf seinen Platz setzen wollten, zu vertreiben, werden einem Erleuchteten nicht ganz gerecht.

Aber zurück zu dem Vorfall der Handauflegung und dem anschließenden Verlieren des Bewusstseins. Wenn Annamalai Swami also das Bewusstsein verloren hat, dann drückt sich meiner Meinung nach darin die ganze Sehnsucht nach einem glücklichen Leben, nach der Befreiung von allen Ängsten, von allem Leid, aus, die in diesem Moment so überwältigend wird, das ihm ein ganzes Bündel an Hormonen in den Kopf schießt, das ihm förmlich das Bewusstsein raubt.

Die Leuchtkraft der Augen

Ich bin in dem Buch "Ramana Maharshi und seine Schüler" auf einige Zeilen gestoßen, die in mir etwas wachgerufen haben, was mich bereits seit einigen Tagen bewegt. Und zwar geht es um die Fähigkeit, andere Menschen über einen längeren Zeitraum anzuschauen. Zunächst einmal der Text aus dem Buch.

Zitat:
Obwohl der Maharshi keine formelle Einweihung (Initiation) erteilte, wurde sein intensiver Blick (Darshan) von den Anhängern oft als Initiation und Weg der Übermittlung der Gnade verstanden. Seine Augen waren bis zu seiner Todesstunde von ungewöhnlicher Leuchtkraft. Es kam nicht selten vor, dass er jemanden minutenlang oder noch länger anblickte.

Als der Engländer Frank Humphreys, der später ein Schüler Ramana Maharshi's wurde, Ramana zum ersten Mal besuchte, berichtete er: "Eine halbe Stunde lang schaute ich in seine Augen, die ihren Ausdruck tiefer Versenkung nie veränderten. Das Verständnis dämmerte in mir, dass der Leib der Tempel des Heiligen Geistes ist. Unwillkürlich spürte ich, dass der Körper nicht der Mann war, sondern das Instrument Gottes, nur ein bewegungslos dasitzender Leichnam, aus dem Gott Furcht erregend ausstrahlte. Einen rührenden Anblick boten die kleinen Kinder, die bis etwa 7 Jahre alt waren und den Berg aus eigenem Antrieb hinaufstiegen, um beim Maharshi zu sitzen, selbst wenn er kein Wort mit ihnen redete und sie tagelang kaum anschauen sollte. Sie spielen nicht, sondern sitzen still da und sind vollkommen zufrieden."

Quelle: Ramana Maharshi und seine Schüler (Seite 19)

Mich hat dieser Text an einen Film über Mayanmar erinnert, indem einige Kindermöche über einen längeren Zeitraum vollkommen ruhig und unbewegt in eine Kamera blicken. Dabei strahlen sie eine Ruhe aus, die mich sehr fasziniert hat. Ihr Blick ist auch in keiner Weise verletzend, sondern unaufdringlich und wohlwollend, fast schon magisch. Ich kann euch raten, diesen Film einmal anzusehen. Der ganze Film ist sehr beeindruckend und zugleich sehr meditativ.

Film: Myanmar - Reise in eine verlorene Zeit (Der Film ist leider nicht mehr im Internet zu sehen.)

Noch ein wenig mehr über das Strahlen der Augen Ramana Maharshi's

Zitat:
Wie intensiv dieser Blick auf die Anhänger wirkte, wird oft berichtet. So schreibt Mouni Sadhu: „Zwischen mir und dem Ruhelager des Maharshi befindet sich gewöhnlich niemand, solange das Darshan (das Zusammentreffen) in der Halle währt. Darum kann ich seine Augen, die gewöhnlich geradeaus schauen, ohne ein dazwischen liegendes Hindernis betrachten, während ihr Blick im Allgemeinen in meine Richtung gewandt ist.

Zuerst hatte ich nicht den Mut, dem Weisen bewusst ins Gesicht zu blicken. ... Die Augen des Maharshi scheinen immer dieselben zu sein; denn ich kann in ihnen keine Veränderung des Ausdrucks durch ein Gefühl oder einen Gedanken sehen. Aber das bedeutet nicht, daß sie ohne die leuchtende Lebensglut sind! Im Gegenteil, das Licht und das Leben fließen beständig durch sie hindurch mit einer Majestät und einer Kraft, die sich die nicht vorstellen können, die sie nicht gesehen haben. Die großen dunklen Pupillen sind immer von einem strahlenden Licht erfüllt. ...

Ein Strom starken, doch süßen Friedens fließt aus diesen Augen. Sie glühen mit einem vollkommenen Verständnis für alle Schwächen, Mängel und inneren Schwierigkeiten derer, die in sie hineinblicken. Persönlich habe ich in ihnen außerdem ein schwaches, fast unmerkliches Lächeln der Nachsicht bemerkt.“

Und an späterer Stelle bemerkt er: „Ich bezweifle, ob viele Menschen die Gelegenheit gehabt haben, in den Augen irgendeines Menschen so viel Mitgefühl, Weisheit und Verständnis oder eine so unglaubliche Liebenswürdigkeit zu sehen, wie sie aus den Augen des Maharshi strahlten, wenn ich mit ihm sprach.“

Quelle: Ramana Maharshi und seine Schüler (Seite 19)

Zitat:
An seinem 36. Geburtstag bat Sundaresa Iyer seinen Meister: „O Bhagavan, ich habe nun dreieinhalb Jahrzehnte hinter mich gebracht und immer noch nicht dein wahres Wesen erfahren. Bitte, berühre mich am heutigen Tag mit deiner Gnade.“ Dies hatte er auf einen Zettel geschrieben und ihm überreicht. „Bhagavan bat mich, Platz zu nehmen und blickte mich fest an.
Plötzlich verlor ich mein Körperbewusstsein und ging völlig in Sri Maharshi auf. Ich wurde nach innen gelenkt. Zwei Stunden mögen so in völliger Stille verstrichen sein. Ich fiel Sri Maharshi mit Tränen der Freude zu Füßen und meine Haare standen mir zu Berge.“

Quelle: Ramana Maharshi und seine Schüler (Seite 20)  

--Last edited by yogi on 2009-02-02 12:40:46 --

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  Posted 31/01/2009 05:20:31 PM
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Ramana Maharshi und seine Schüler

Noch ein paar Geschichten aus Gabriele Ebert's Buch "Ramana Maharshi und seine Schüler":

Als Masthan Swami dem Maharshi zum ersten Mal begegnete, hatte er folgendes Erlebnis: „Als ich zu Bhagavan kam, saß er unbeweglich wie ein Felsen vor der Virupak-sha-Höhle, ohne dass sich sein Blick veränderte, der voller Gnade, Mitgefühl und Weisheit war. Ich blieb neben ihm stehen. Als er mir seinen Blick schenkte, öffnete er die Pforte meines Herzens und ich wurde ebenfalls in seinen Zustand versetzt. Ich stand acht Stunden so da, wurde überhaupt nicht müde und war völlig von Frieden durchdrungen. In jenen Tagen öffnete Bhagavan unsere Herzen durch einen einfachen, gnadenvollen Blick und veränderte uns. Fragen waren nicht nötig, da er uns durch seinen Blick in seinen eigenen Zustand versetzte.“

Auch Poonja (Papaji) hatte ein ähnliches Erlebnis: „Nachdem er zu mir gesprochen hatte, schaute er mir in die Augen. Mein Körper begann zu zittern und sich zu schütteln. Ein prickelndes Gefühl von Energie schoss durch meinen Körper. Meine Nerven fühlten sich an, als würden sie tanzen, und mir standen die Haare zu Berge. Ich wurde mir meines "spirituellen Herzens"* bewusst. Es ist nicht das physische Herz, sondern die Quelle und Stütze von allem, was existiert. Mitten im Herzen sah oder fühlte ich etwas wie eine geschlossene Knospe. Sie strahlte leuchtend hell und bläulich. Während der Maharshi mich anschaute und ich in einen Zustand von Stille versunken war, spürte ich, wie sich diese Knospe öffnete und erblühte. Ich gebrauche das Wort ‚Knospe’, aber es ist keine genaue Beschreibung. Es wäre korrekter zu sagen, dass sich in meinem Herzen etwas, das sich wie eine Knospe anfühlte, öffnete und erblühte. Wenn ich ‚Herz’ sage, meine ich damit nicht, dass dieses Erblühen auf einen bestimmten Punkt im Körper beschränkt ist. Das Herz, dieses Herz meines Herzens, ist weder im Körper noch außerhalb davon. Ich kann mein Erlebnis nicht besser beschreiben. Alles, was ich sagen kann ist, dass sich in der Gegenwart des Maharshi und durch seinen Blick das Herz öffnete und erblühte. Es war eine außerordentliche Erfahrung, eine, die ich nie zuvor gemacht hatte. Ich war nicht hergekommen, weil ich irgendeine Erfahrung machen wollte, und war deshalb völlig überrascht.“

Vom "spirituellen Herzen" hat Ramana Maharshi folgende Vorstellung: Bhagavan sagte, dass das Ich-Gefühl im Herzen entstehe. Dieses Herz ist nicht das physische Organ und auch nicht eines der Yoga-Chakren, sondern ein Punkt, der etwa 4 cm rechts von der Mitte der Brust liegt. Manche behaupten, man könne die Selbstverwirklichung an diesem Punkt finden. Aber wie wäre das möglich? Kann die Verwirklichung an einer Körperstelle lokalisiert werden? Sie ist natürlich allumfassend. Die Erfahrung, die dahinter steckt, ist folgende: Wenn ein Sadhu aus tiefem Samadhi erwacht, ist dieser Punkt im so genannten Herzen der erste, dessen er sich äußerlich bewusst wird. Hier verlässt ihn die transzendentale Erfahrung und das Ego nimmt wieder von ihm Besitz. Wenn er daran zurückdenkt, kommt es ihm so vor, als wäre die Selbstverwirklichung dort zu finden, da diese Stelle der letzte Ort seines Gewahrseins war. Wenn man es so meint, kann man sagen, dass die Verwirklichung im Herzen gefunden wird.

Ein besonderes Merkmal von Sri Ramanas intensivem Blick und Schweigen war, dass sie das spirituelle Herz der Devotees (der Schüler) öffnen konnten, wenn sie dafür reif waren. Das (spirituelle) Herz auf der rechten Seite der Brust ist der Ort der spirituellen Erfahrung unserer wahren Identität und das Zentrum von allem. Obgleich das Herz als das Selbst letztlich nicht auf eine körperliche Stelle begrenzt ist und weder innen noch außen lokalisiert werden kann, ist damit doch auch eine körperliche Erfahrung verbunden. In den „Gesprächen“ heißt es: „Das (spirituelle) „Herz“ ist keine bloße Vorstellung. Es ist auch kein Meditationsobjekt, sondern der Ort, wo die Meditation vor sich geht. Körper und Welt werden im „Herzen“ geschaut. Es gibt nichts, was von ihm gesondert wäre und was nicht von hier seinen Ausgang nähme.“

Ganapati Muni hatte in einem seiner Briefe aus Sirsi eine sehr philosophische Frage gestellt und Ramana antwortete mündlich, während ein Devotee die Antwort mitschrieb. Ramana betont darin, dass die Erfahrung des Sphurana, des Pulsierens des spirituellen Herzens, die direkte Vorstufe der Erfahrung des Selbst sei: „Das Ich-Pulsieren (Aham Sphurana) ist das Zeichen der bevorstehenden direkten Erfahrung des Selbst. Wenn der klare und reine Geist beständig auf dieses Pulsieren achtet, wird das nach unten gerichtete Herz nach oben gerichtet, erblüht und verbleibt in der Gestalt des Selbst. Deshalb ist die auf die Quelle des Aham Sphurana (auf das spirituelle Herz) gerichtete Achtsamkeit der einzige Weg. Wenn man ihr diese Beachtung schenkt, wird das Selbst, die Wahrheit, einzig und allein im Zentrum des Herzens ls „Ich bin Ich“ erstrahlen.“

Rajamani beobachtete in der Halle folgende Szene: „Ich bemerkte einen weißhäutigen jungen Ausländer von vielleicht zehn Jahren, der einige Meter von mir entfernt zu meiner Linken saß. Neben ihm saß ein Weißer, vermutlich sein Vater, und noch weiter weg, auf der anderen Seite des Mittelgangs, saß eine Weiße, die ich für seine Mutter hielt. Ich beobachtete, dass Sri Bhagavans Augen kurz auf den Jungen gerichtet waren. Ich dachte, es sei nur ein zufälliger Blick. Der Junge schaute die ganze Zeit konzentriert auf Sri Bhagavan, als wolle er ihm gleich eine Frage stellen. Aber nein, er brach in Tränen aus. Ein ganzer Tränenstrom schoss aus seinen Augen. Es waren keine kummervollen Tränen, denn sein Gesicht strahlte vor Freude. Sri Bhagavans Blick, der nur für einen kurzen Moment auf ihm geruht hatte, hatte im Herzen des Jungen ein wahres Reservoir reiner Freude erschlossen. Es dauerte einige Zeit, ehe er zu weinen aufhörte.

Später sagte der Junge zu seiner Mutter: „Ich bin so glücklich. Ich möchte ihn nicht mehr verlassen. Ich will immer bei ihm bleiben.“ Seine Mutter war entsetzt. Sie bat Sri Bhagavan inständig: „Swami, bitte lass meinen Sohn wieder fort! Er ist unser einziges Kind. Wir wären ohne ihn sehr unglücklich.“ Sri Bhagavan lächelte und erwiderte: „Ihn fortlassen? Ich halte ihn nicht fest. Er ist eine reife Seele. Ein Funkte genügte, um sein spirituelles Feuer zu entfachen.“ Dann wandte er sich dem Jungen zu und sagte: „Gehe mit deinen Eltern. Ich bin immer bei dir.“ Er sagte das in Tamil, aber der Junge verstand ihn völlig. Er verneigte sich vor Sri Bhagavan und ging widerwillig mit seinen Eltern fort, unendlich reich mit seinem neu gefundenen spirituellen Schatz.

Auf die Frage „Was ist wahres Tapas (wahre Askese, wahre Meditation)?“ antwortete Ramana Maharshi: „Wenn man beobachtet, wo die Vorstellung des „Ich“ ihren Ursprung nimmt, wird der Geist von diesem Ursprung aufgesogen. Das ist Tapas. Wenn man ein Mantra wiederholt und seine Aufmerksamkeit auf den Ursprung lenkt, wo der Laut des Mantra erzeugt wird, wird der Geist von diesem Ursprung aufgesogen. Das ist Tapas.“

Nach Ramana Maharshi's Vorstellung entspricht dieser Ursprung dem wahren Selbst, dem Göttlichen. Was aber ist dieses Zurückziehen in den Ursprung, in das Selbst wirklich? Es ist im Grunde genommen nichts anderes als Meditation. Man zieht die Sinne sowohl von allen äußeren Einflüssen zurück und bringt die Gedanken, die einem permanent durch den Kopf laufen, zum Schweigen. Bei der Meditation kann die Konzentration auf das Selbst, auf Gott, durchaus sehr hilfreich sein. Sie ist allerdings kein Beweis dafür, dass dieser Gott wirklich existiert, selbst wenn diese Form der Meditation Erfolg hat. Gläubigen Menschen wird diese Form der Meditation sicherlich sehr entgegenkommen, was ja schließlich das Entscheidende ist. Ebenso ist es aber berechtigt, die Konzentration auf die Atmung, auf das Dritte Auge oder andere Konzentrationspunkte zu richten.

Ganapati Muni, ein Sanskritdichter und Schüler Ramana Maharshi's, stellte ihm einmal folgende Frage:  „Genügt dieses Forschen nach der Quelle der Ich-Vorstellung, Ramana, um all meine Ziele zu erreichen, oder brauche ich auch die Mantra-Meditation?“ Der Maharshi antwortete: „Ersteres genügt.“

Quelle: Ramana Maharshi und seine Schüler  

--Last edited by yogi on 2009-02-02 15:35:30 --

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 yogi
  Posted 02/02/2009 03:32:41 PM
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Zwei Begegnungen Ramana Maharschi's mit seinen Schülern

Murugunar

Ein andermal wünschte sich Muruganar, mit Ramana alleine zu sein. In jenen Tagen war es üblich, dass Devotees im Wald Blätter sammelten, die sie zu Blatttellern zusammensteckten, auf denen dann gegessen wurde. Manchmal beteiligte sich auch Ramana an dieser Arbeit. Eines Morgens forderte er Muruganar auf, mit ihm in den Wald zu gehen, um Blätter zu suchen. Sie machten sich erst auf den Weg, als die anderen bereits fort waren. Nach einer Weile setzte sich Ramana bei einem Bach nieder und bat Muruganar, sich ebenfalls zu setzen. Muruganar, der sich so sehr nach diesem einsamen Treffen mit Ramana gesehnt hatte, vergaß in dem Moment seinen Wunsch völlig. Er verlor sich in der Glückseligkeit, bei Bhagavan zu sein. Ramana sah Muruganar schweigend an und übermittelte durch seinen Blick seine Gnade. Muruganar verlor daraufhin sein Körperbewusstsein und war in Samadhi. Er wusste nicht, wie lange er darin verweilte. Als er aus dem Samadhi erwachte, war es bereits Abend. Ramana war verschwunden und so kehrte er nach Palakothu zurück. Sein Zustand hielt noch 2 bis 3 Tage an.

Paul Brunton

Erwähnenswert halte ich auch das erste Zusammentreffen des jüdischen englischer Philosophen, Mystikers und Schriftstellers. Paul Brunton (1898-1981) mit Ramana Maharshi. Bereits als Kind meditierte Brunton regelmäßig und er hatte seinen Angaben zufolge bei diesem Tun 1915 ein mystisches Erlebnis, das ihn in Einklang mit Gott brachte und seinem Leben Richtung gab. Im Jahr 1930 brach Brunton nach Indien auf, um Yogis, Magier und Fakire aus eigener Anschauung kennenzulernen. Im Januar 1931 traf er in Tiruvannamalai mit Ramana Maharshi zusammen, der ihn tief beeindruckte. Dennoch setzte er seine Suche fort und kehrte nach monatelanger Reise durch Indien schließlich wieder zu Maharshi zurück, überzeugt, in ihm seinen Guru gefunden zu haben. An Schwarzwasserfieber erkrankt, musste Brunton 1931/32 nach England zurückkehren, wo er während der Genesung seine Erlebnisse bei Maharshi im Buch A Search in Secret India (1934, deutsch 1937 unter dem Titel Von Yogis, Magiern und Fakiren) veröffentlichte. Das Werk, unter dem Pseudonym Paul Brunton herausgegeben, wurde ein Bestseller und machte Maharshi im Westen bekannt. Nach weiteren Reisen durch Indien und Ägypten ließ sich Brunton 1938 in den USA nieder, war von 1960 bis 1963 in Australien und Neuseeland. Seinen Lebensabend verbrachte Brunton in der Schweiz. (wikipedia.org)

Nun folgt eine minutiöse Beschreibung des Maharshi und Bruntons erster Begegnung mit ihm: „Zwanzig Gesichter wenden sich uns zu. Die Menschen sitzen im Halbkreis auf dem mit roten Kacheln ausgelegten Boden, in respektvollem Abstand von der am weitesten rechts von der Tür gelegenen Ecke. Offenbar waren vor unserem Eintritt aller Augen auf diese Ecke gerichtet. Ich werfe einen Blick dorthin und werde einer auf einem langen, weißen Diwan sitzenden Gestalt gewahr. Mein Gefühl sagt mir, dass dies der Maharshi sein müsse. Mein Gefährte nähert sich dem Diwan, wirft sich mit dem Gesicht auf den Boden und bedeckt seine Augen mit den Händen.

Der Diwan ist nur wenige Schritte von einem breiten, hohen Fenster an der Längswand entfernt, durch das das Licht hereindringt und den Maharshi hell beleuchtet. Ich kann sein Profil genau sehen, denn er sitzt, mit Blick auf das Fenster, regungslos da und starrt in die Richtung, aus der wir gekommen sind. Sein Kopf bewegt sich nicht; so gehe ich leise zu dem Fenster hinüber, um ihn zu grüßen und vielleicht einen Blick von ihm zu erhalten, stelle die Gabe (Früchte) vor ihn hin und trete ein paar Schritte zurück. Vor seiner Couch steht eine kleine Messingpfanne, die mit glühender Holzkohle gefüllt ist, auf die – dem sich verbreitenden angenehmen Geruch nach zu schließen – offenbar irgendein aromatisches Pulver gestreut worden war. Daneben steht ein mit Räucherstäbchen gefülltes Räuchergefäß. Bläulich-graue Rauchfäden, die einen ganz andern starken Wohlgeruch verbreiten, steigen auf und schweben im Raum.

Ich lege eine dünne Baumwolldecke auf den Boden und lasse mich darauf nieder. Erwartungsvoll schaue ich die unbeweglich auf der Couch sitzende, schweigsame Gestalt an. Der Maharischi trägt nur das in der Gegend allgemein übliche, dünne, schmale Lendentuch. Seine Haut ist leicht kupferfarbig, doch ziemlich hell im Vergleich zu der Haut des durchschnittlichen Südinders. Ich halte ihn für einen Mann von großer Statur, anfangs fünfzig. Er hat einen wohlgeformten Kopf mit kurz geschnittenem grauem Haar, Die hohe, breite Stirn verleiht ihm ein intellektuelles Aussehen. Seine Gesichtszüge sind mehr europäisch als indisch. ...

Die Couch ist mit weißen Kissen bedeckt, und die Füße des Maharischi ruhen auf einem prächtig gezeichneten Tigerfell. In der langen Halle ist es so still, dass man eine Nadel fallen hören könnte. Der Weise bleibt völlig ruhig, regungslos und unbekümmert um unser Erscheinen. (Ramana Maharshi und seine Schüler meditierten gemeinsam.) Ein dunkelhäutiger Schüler sitzt am Ende des Diwans auf dem Fußboden. Er durchbricht die Stille, indem er an einem Strick zieht, der einen aus Bambusrohr gefertigten Zimmerfächer in Bewegung setzt. Der Fächer ist an einem Holzbalken an der Decke, direkt über dem Kopf des Weisen befestigt. Ich lausche dem leisen, rhythmischen Summen und sehe dem mir gegenübersitzenden Maharischi gerade in die dunkelbraunen, mittelgroßen und weit geöffneten Augen, in der Hoffnung, von ihm bemerkt zu werden. ... Sein Körper ist unnatürlich ruhig und so unbewegt wie eine Statue. Nicht ein einziges Mal fängt er meinen Blick auf, denn seine Augen schauen unverwandt in die Ferne, in eine unendliche Ferne, wie mir scheint.... Unendlich langsam verstreichen die Minuten, und es dauert eine Ewigkeit, bis auf der Uhr, die an einer Wand der Einsiedelei hängt, aus den Minuten eine halbe und schließlich eine ganze Stunde wird. Aber niemand in der Halle scheint sich zu rühren, noch wagt jemand zu sprechen....

Meine dargebrachten Früchte bleiben unbeachtet auf dem kleinen geschnitzten Tischchen, das vor ihm steht. ... Es ist etwas an diesem Mann, das mich wie ein Magnet anzieht. Ich kann den Blick nicht von ihm wenden. Meine anfängliche Verwirrung und Verwunderung darüber, dass man von mir überhaupt keine Notiz nimmt, schwindet im selben Maße wie meine Faszination zunimmt. Doch erst nachdem zwei Stunden der ungewöhnlichen Begegnung vergangen sind, werde ich mir der stillen, unwiderstehlichen Veränderung bewusst, die in mir vorgeht. Von all den Fragen, die ich mir im Zug so sorgfältig ausgedacht hatte, wird eine nach der andern hinfällig. Es scheint jetzt keine Rolle mehr zu spielen, ob sie gestellt werden oder nicht, wie es auch keine Rolle mehr zu spielen scheint, ob ich die Probleme, die mich bisher beschäftigt haben, löse oder nicht. Ich weiß nur, dass nahe bei mir ein starker Strom der Ruhe fließt, dass ein tiefer Friede mein Innerstes erfüllt und mein von Grübeleien zermartertes Gehirn anfängt, zur Ruhe zu kommen. Wie belanglos kommen mir auf einmal jene Fragen vor, die ich mir so häufig gestellt habe, und wie unbedeutend die vergangenen Jahre! Mit plötzlicher Klarheit erkenne ich, dass der Verstand sich seine eigenen Probleme schafft, die er dann mühsam zu lösen versucht. Für jemand, der wie ich so hohen Wert auf den Verstand gelegt hat, ist dies eine wahrhaft überraschende Erkenntnis.“

Ramana Maharshi und seine Schüler

Hier noch eine kleine Geschichte aus dem Buch Mein Leben mit Ramana Maharshi von T. K. Sundaresa Iyer, die ich an dieser Stelle einfügen möchte:

Vilakshanananda Swami war ein großer Guru der Vishnu-Anhänger. Er war im Yoga sehr fortgeschritten und besaß die Gabe, Menschenmassen anzuziehen. Eines Tages besuchte ich ihn und er bat mich, ihn zu Bhagavan (Ramana Maharshi) mitzunehmen. Er brachte 30 seiner Schüler mit. Weder verneigte er sich vor Bhagavan, noch grüßte er ihn. Zehn Minuten lang stand er bewegungslos vor ihm. Dann fiel er plötzlich flach zu seinen Füßen nieder und Tränen strömten aus seinen Augen. Er bekannte: „Ich habe mich noch nie vor einem Menschen verbeugt. Es ist das erste und hoffentlich auch das letzte Mal.“

Als er den Berg wieder herunterstieg, traf er Nayana, einen bekannten Sanskritdichter und Anhänger Ramana Maharshis. Sie kamen in ein Gespräch. Nayana riet dem Swami, seine Kräfte nicht mehr für öffentliche Vorführungen und Propaganda zu nutzen. Scheinbar hat es genützt, denn Vilakshanananda Swami trat nicht mehr an die Öffentlichkeit.

Noch eine Geschichte von Ramana Maharshi aus dem Buch "Briefe aus dem Ramanashram" von Suri Nagamma:

Eine Köchin, die von Ramana Maharshi sofortige Erleuchtung (Moksha) begehrte, sagte einst zu ihm: „Wir wollen nichts anderes. Es genügt, wenn du uns Moksha gibst.“ Da antwortete Sri Ramana: „Wenn du alles aufgibst und auf alles verzichtest, ist das, was übrig bleibt, nichts anderes als Moksha. Was könnte jemand anderer dir geben? Moksha ist immer da. Es ist das, was ist.“ Sie erwiderte: „Wir sind unwissend. Bhagavan (Ramana Maharshi) selbst muss uns die Befreiung geben“ und verließ die Halle. Bhagavan sah seine Helfer an und meinte: „Sie sagen, ich soll ihnen Moksha geben. Ist das nicht schon wieder ein Wunsch? Wenn ihr alle eure Wünsche aufgebt, ist das, was übrig bleibt, Moksha und nichts weiter. Was ihr braucht ist spirituelle Übung (Sadhana), um von solchen Wünschen frei zu werden.“

Eine Geschichte aus dem Buch "Die spirituelle Biografie des Shri Annamalai Swami", einem Anhänger Ramana Maharshis:

Nach dem Bad stellte Madhava Swami eine Frage: „Bhagavan (Ramana Maharshi), die Leute, die Banja Lehiyam (ayurvedisches Mittel, dessen Hauptbestandteil Cannabis ist) nehmen, erleben eine Art Ananda (Glückseligkeit). Von welcher Art ist diese Glückseligkeit? Ist es dieselbe, von der die heiligen Schriften sprechen?”

„Ganja zu nehmen ist eine sehr üble Gewohnheit”, antwortete Bhagavan. Dann lachte er laut, kam zu mir, umarmte mich und rief: „Ananda, so benehmen sich diese Ganja-Esser.”

Es war keine kurze Umarmung. Madhava Swami sagte mir später, Bhagavan habe mich etwa zwei Minuten lang fest in die Arme genommen. Nach wenigen Sekunden verlor ich jedes Bewußtsein meines Körpers und der Umgebung. Anfangs empfand ich Freude und Glückseligkeit, aber sie wichen bald einem Zustand, in dem ich nichts mehr fühlte und empfand. Ich war nicht bewußtlos, nahm aber einfach nichts mehr von dem wahr, was um mich herum vorging. Dieser Zustand dauerte etwa fünfzehn Minuten an. Als ich mein normales Bewußtsein wiedererlangte, stand ich allein im Badezimmer. Madhava Swami und Bhagavan waren längst zum Frühstück gegangen. Ich hatte weder bemerkt, wie sie den Raum verließen, noch hatte ich die Frühstücksglocke gehört.

Diese Erfahrung veränderte mein Leben vollständig. Sobald ich wieder bei normalem Bewußtsein war, wußte ich, daß mein Arbeitsleben im Shri Ramanasramam sein Ende gefunden hatte. Ich wußte, daß ich in Zukunft außerhalb des Ashrams leben und den größten Teil meiner Zeit mit Meditation verbringen würde. Es gab eine Regel, daß im Ashram auf Dauer nur leben durfte, wer für den Ashram arbeitete. Wer ein meditatives Leben führen wollte, mußte außerhalb wohnen. Daher war mir klar, daß ich den Ashram verlassen und für mich selbst sorgen mußte, aber der Gedanke, mein Zimmer und die regelmäßigen Mahlzeiten zu verlieren, schreckte mich nicht.

Noch eine Anmerkung, die mir gerade in den Sinn kam, als ich Ramanas Biographie las. Ramana hat vermutlich bis zu seinem 17. Lebensjahr, als er seine Todeserfahrung und gleichzeitig seine Erleuchtungserfahrung machte, enthaltsam gelebt.  

--Last edited by yogi on 2009-03-11 18:51:07 --

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 yogi
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 yogi
  Posted 18/02/2009 12:09:22 AM
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Kostenlose Onlinebücher von und über Ramana Maharshi

1. A. Devaraja Mudaliar (Hrsg.), Die Perlen Bhagavans
2. Ramana Maharshi, Vichara Sangraham (Selbsterforschung)
3. F. H. Humphreys, Einblicke in das Leben und die Lehre von Ramana Maharshi
4. Ramanagiri (Peer Westin), Worte und Briefe eines europäischen Anhängers
5. Ramana Maharshi, Vierzig Verse (Ulladu Narpadu) - Ergänzung
6. Ramana Maharshi: Vom Ich zum Selbst
7. T.K. Sundaresa Iyer: Mein Leben mit Ramana Maharshi
8. Ramana Maharshi: Wer bin ich?
9. Suri Nagamma: Mein Leben im Ramanashram
10. Die Quintessenz der spirituellen Unterweisung (Upadesa Saram)
11. Suri Nagamma: Briefe aus dem Ramanashram
12. Annamalai Swami, Leben nach den Worten Shri Ramana Maharshis
13. Ellam Ondre - Alles ist eins - Anleitung zur Befreiung

Einige Bücher findet ihr auf scribd.com

Weitere Bücher von Ramana Maharshi findet ihr hier . Dort findet ihr auch die Satanischen Verse von Salman Rushdie, allerdings nur in Englisch.  

--Last edited by yogi on 2009-03-11 13:56:07 --

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