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| yogi admin Posts : 445 ![]() |
Lebensweisheit Ich las soeben in dem Buch "Wege zum inneren Frieden" von Gräfin Sophie von Schwerin aus ihrem Buch von 1863. Da mich das Geschriebene sehr beindruckte, möchte ich es hier gerne einmal wiedergeben. Es könnte uns alle vielleicht ein wenig zum Nachdenken anregen. Eines nur gibt den Frieden, aber so viel und Vielerlei stört ihn. Merke auf dies Alles, was das Leben um dich her noch an dem Gleichgewicht deiner Seele stört, und sieh achtsam zu, was du davon vermeiden oder dir zum Heile kehren kannst. Vor allem halte dich von Außen hin still und ruhig, daß von dem Geräusch, was deine Worte und dein Bewegen macht, nicht der Nachhall in dein Inneres dringe und dort die Seele störe, die in sich und in Gott ruhen will. Nicht, als ob du das Geräusch um dich her vermeiden solltest. Das schadet dir nie. Es gereicht dir vielmehr zur besten Prüfung, die du haben kannst. Nur das Geräusch, dass du dir selber machst, schadet dir. Du glaubst das aber nicht, oder du vergisst es viel zu oft, wie leicht ein Lärm von Außen her dich aufweckt, und wie störend du dir so selbst werden kannst. Wird um dich her gesprochen, gestritten, so gib doch wohl acht, ehe du mitsprichst, ob du nicht wohl schweigen könntest, oder warten, bis man gerade dich fragt. Man ist gar zu schnell bei der Hand, sich in das einzumischen, was uns nichts angeht. Wenn wir genau überlegen, welches die Dinge sind, in die wir uns von Gottes wegen mischen müssen, wir würden uns wundern, wie erstaunlich wenig deren sind, und wie für diese Wenigen unser Unheil immer wie von selbst sich fügt. Wie eben darum, dass es deine Sache ist, sie dir sowohl läßt und dich nirgends hindert und keinen anderen drängt und stößt und wider dich in Waffen bringt. Vergiß also nie, sowie du versucht sein magst, dich in irgendetwas einzumischen, zuerst zu überlegen, ob es deines Amtes ist oder nicht. Welchen Nachteil dein Schweigen haben könnte, aber vor Allem dein Reden. Es ist leicht etwas aufgeregt, aber schwer wieder zur Ruhe gebracht. Ungeschehen kann ja hinterher nichts gemacht werden und ungesagt kein Wort. Messe und wiege alles vor dem Tun. Was ist es denn am Ende, was dich zur Einmischeng reizen kann? Kannst du es nicht ertragen, für dich allein Recht zu haben, wenn du einen anderen fehl sprechen, richten, urteilen hörst? Oder wird ihm dieser Irrtum gleich ans Leben geh'n, daß du ihn schnell eines Besseren überführen müßtest? Ich glaube aber, ihm ist seine Wahrheit lieber als deine, und er weist dir eher Dank, ihn seine Überzeugung, durch deine Einwände nicht gestört zu haben. Und wie ruhig fühlst du dich, wenn du eine solche Klippe umgangen hast, wenn du dir denkst, in welche Verdrießlichkeit du nun verwickelt sein könntest und wie du nun für Nichts in der Sache bist (schweigst). Vergiß dies wohltuende Gefühl nicht und verschaffe es dir recht oft. Was für ein Opfer hast du auch dabei zu bringen? Wenn du wirklich so hohen und vornehmen Geistes bist, wie du es doch gern zu glauben scheinst, was kann da dies armselige Treiben für Interesse für dich haben, denn ich spreche jetzt von dem Treiben der Familie, der Hauses, der Wirtschaft, der Gesellschaft. Es ist da nichts, wo dein Geist sich groß und liebenswürdig zeigen könnte, nichts, wo deine Eitelkeit bereuen könnte, nicht dabei gewesen zu sein. Ein ganz anderes ist es mit dem freieren, bezugsloseren Wesen der eigentlichen Unterhaltung (also im Forum). Da reizt dich dein Geist, mitzureden, da ist der Wunsch, deine eigene Meinung zu hören, dein Urteil mit im Spiel zu haben, zu groß. Und warum solltest du auch hier Feindliches fürchten? Ist nicht das Plan- und Absichtslose, das Unpersönliche, das Allgemeine und Abstrakte echter Unterhaltung, Bürgschaft genug gegen jede Verwunderung? Sieh' dich dennoch vor. Ein Wort und das Gleichgewicht deiner Seele schwankt. Warum sich aus dem sicheren Hafen wagen, wo die fremden Meinungen wie Wellen an dir vorüberziehen und du die innere Meinung so friedlich, so ungestört, mit ihnen vergleichen kannst? Mit der ersten ausgesprochenen Meinung bist du mit im Kampf der Wellen und wer sagt dir, wohin sie dich treiben können? Jede Meinung, welches auch ihr Gegenstand sei, hängt an irgendeiner Fiber (Faser) mit unserer Seele zusammen. Diese Fiber erregt ein Widerspruch in deinem Gegner, der seinige in dir. Ist aber einmal, deine Überzeugung als solche ausgesprochen, dann wäre es schon wahrhaft und selten groß, sie um des Frieden Willens gern sein zu lassen, sie ruhig hinzugeben und sich ohne Kampf für überwunden zu halten. Wer aber ist dem gewachsen? Da drängt dich dann ein unwillkürlicher Instinkt, du wirst es Wahrheit, Festigkeit der Sinne nennen, vielleicht ist's doch bloß Eitelkeit, die Furcht, inkonsequent oder wankelmütig oder seicht zu erscheinen. Es drängt dich Alles, was du an Geist und Einsicht und Ansicht hast, für deinen Satz aufzustellen. Es überkommt dich ein Eifer, wie du ihn für Tat und Leben nicht mehr hast. O wie leicht ist ein Unglücklicher verwundet, wie viel leichter verwundet er sich selbst. Ein lautes Wort ist hinreichend, ihn aus dem sanften Schlummer zu wecken, in den er seine Schmerzen versenkt hat... Versuche, statt aller Grübelei, ein äußerst einfaches Mittel: Versuche zu schweigen, wenn du zu reden wünschest. Halte zurück, was du sagen willst. Versuche es einmal, zweimal, öfter, betreibe es wie eine Übung. Fange bei unnützen, gleichgültigen Veranlassungen, also bei den leichten an, dich für die schwereren zu üben. Dir wird immer wohler sein, wenn du geschwiegen, als wenn du gesprochen hast. Worte reden aus dir heraus, aber in die Leidenschaft deines Herzens hinein. Sie rühren den Jammer deiner Schmerzen von Neuem auf, wenn es Worte aus der Tiefe deiner Seele sind. Sie zerstreuen dich von deinem besseren Selbst, wenn es Worte von der Oberfläche deines Geistes sind. Es gibt wenig Worte, die viel taugen, am wenigsten die gesprochenen. Jeder Gedanke, jedes Gefühl ist besser, als das Wort, was sie aussprechen will. Nur zwischen zwei Wesen, die ganz eins sind, tun die Worte gut und sagen das, was sie sollen. Und gerade da sind sie nicht vonnöten. Man versteht sich auch gut ohne sie. Quelle: Wege zum inneren Frieden von Gräfin Sophie von Schwerin (1863) --Last edited by yogi on 2009-02-13 14:30:25 -- | |||
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Die Ribu Gita T.K. Sundaresa Iyer, ein Schüler Ramana Maharshis erwähnt in seinem Buch "Mein Leben mit Ramana Maharshi" die Ribhu Gita. Ribhu war ein großer Seher (Rishi). Er wird in einigen Upanishaden (entstanden zwischen 700 und 200 vor Christus) erwähnt. Es heißt von ihm, er habe direkt vom Höchsten Herrn göttliches Wissen empfangen und es an einige seiner Schüler weitergegeben. Obwohl ich Agnostiker bin und auch nicht unbedingt ein Freund des Advaita vedanta, ist der Text der Ribu Gita einfach so schön, dass ich ihn gerne hier einfügen möchte. Dies ist die Essenz der Lehre dieser kostbaren Gita, auf die Bhagavan (Ramana Maharshi) so oft zurückgegriffen hat: „Das Selbst ist ein Ganzes. Es ist Selbst-Bewusstsein. Es ist das Göttliche (Brahman), das Unzerstörbare, das Seiende, es ist ohne Anfang und unendlich vieles. Nichts ist vom Selbst (Atman) getrennt. Nichts anderes ist es wert, dass man darüber meditiert. Alles, was manifest ist, das „Ich“, das „Du“, „Er“, der Herr und alles andere, alles ist das Göttliche. Es gibt nicht einmal ein Atom, das vom Selbst getrennt wäre, das IST, es ist die einzige Essenz in allem. Deshalb ist die Gewissheit „Ich bin das Göttliche“ (Aham Brahmasmi) die ewig wahre Erkenntnis. Wisse: Ich bin Sein-Bewusstsein-Seligkeit, ich bin von Natur aus mein eigenes Selbst. Ich bin ohne die Unterschiede von Kaste, Sippe, Geburt und ähnlichem. Ich bin das göttliche Absolute, das ewig in vollem Glanz als das alles erstrahlt, das Ganze, makellos, intelligent, ewig ungebunden, wahr und still, jenseits des Körpers, der Sinne, des Lebensstroms, der Gedanken und Gefühle, des Intellekt, des Geistes und des Ich-Gefühls. Ich bin unberührt von den fünf Umhüllungen (Koshas), unbeeinträchtigt durch Geburt und Tod, frei von einer Welt, die leblos und lebendig ist. Du bist DAS. Dies ist die Erfahrung von „Ich bin das Göttliche“, indem man das ganze Konzept des Individuums, der Welt und dessen, was jenseits davon ist, durch die reine Erkundung verneint. Die Maya der Welt existiert nicht für Dich. Du bist die Seligkeit der Makellosigkeit, ohne Zweck und auch ohne jede Unklarheit. Du bist das, was Vedanta bedeutet. Du bist die ungeteilte Gestalt hinter den drei Wolken.* Du bist das Eine Selbst, ohne Eigenschaften und Veränderungen, das weder durch den Geist noch durch die Sprache erfahren werden kann. Hier und dort, dies und das, ich und er/sie/es. Die Übermittlung solcher Vorstellungen ist lediglich „mind“ (Gedanken, Gefühle usf.). Die Ideen von Zeit, Raum, Objekte, Dreiheiten und ihr Erscheinen, himmlische Wesen und Menschen, Hari und der Schöpfer Brahma, Meister und Schüler, das alles ist nur „mind“. *drei Wolken: die Dreiheit von Seher, Gesehenem und Sehen, die Dreiheit von Wachen, Träumen und Tiefschlaf usf. (Im Folgenden wird erklärt, wie sämtliche Formen der äußeren Verehrung Shivas durch das eine wahre Selbst-Verständnis ersetzt, überschritten und erfüllt werden.) Dies ist die wahre Form der Verehrung: „Ich bin das Meer der Seligkeit, das immer voll ist!“ Die Erfahrung dieser Seligkeit bedeutet das Baden des Höchsten Herrn in heiligem Wasser. „Ich bin das Grenzenlose!“ Die Erfahrung dieser Seligkeit ist das Bekleiden des Höchsten Herrn Shiva. „Ich bin das Selbst!“ Die Erfahrung dieser Seligkeit ist die wahre Opfergabe von Schmuck für den Höchsten Herrn Shiva. Wenn man die Gedanken ablegt, die zu den verschiedenen Eigenschaften führen, ist dies das Opfer des Ungebundenen für Shiva, den Höchsten Herrn. Wenn man jedes Gefühl eines Unterschieds zwischen dem Selbst, dem Guru und dem Herrn auslöscht, ist dies das Opfern von Blättern des Bilva-Baumes* für Shiva, den Höchsten Herrn. Wenn man die alten Neigungen (Vasanas) von sich wirft, ist dies das Verbrennen von Weihrauch vor Shiva, dem höchsten Herrn. „Ich bin der eigenschaftslose Shiva, der Höchste Herr!“ Die Erfahrung dieser Seligkeit ist das Schwenken von Lichtern (Arati) vor dem Höchsten Herrn Shiva. Das Verständnis, dass das Göttliche und das Selbst ein und dasselbe ist, ist das Verbrennen von duftendem Harz vor Shiva, dem Höchsten Herrn. Dies allein ist die Opfergabe von Blumen, wenn man als Selbst, als höchstes Glück verbleibt. Das allein ist das einträchtige Singen des heiligen Namens, wenn man begreift, dass man selbst ohne Namen und Gestalt ist. *Der Bilva- oder Bel-Baum gilt als heiliger Baum Shivas. Ich bin das Höchste Wissen, das von den Schriften über die spirituelle Weisheit (Vedanta) definiert wurde. Ich bin das beständige Glück, das in der universalen Großen Stille verweilt. Ich bin die einzige unteilbare Gestalt. In der Leere zu verbleiben ist Beständigkeit. Dies in sich ist Weisheit (Jnana), Befreiung, Shiva und völlige Einheit. Die Gedankengebilde sind unrein. Sie erschaffen Zeit und Raum und den Unterschied von der Welt und dem Einzelnen und richten großen Schaden an. Der Geist wird absichtsvoll und verunsichert, aber das egoistische Selbst existiert in Wirklichkeit nicht. Die Wahrheit ist: „Ich bin das Göttliche“ (Aham Brahmasmi). Meditiere darüber, praktiziere den Yoga der Weisheit, vernichte jedes Gefühl von Unterschied, sei von der Krankheit des Geistes geheilt, erlange die Stille der konkreten Erfahrung und verstehe die Befreiung von der Gefangenschaft. Das Verbleiben im Selbst als „Ich bin das Göttliche“ ist die wahre Reinwaschung. Die Definition des Selbst als das immer schon verwirklichte Göttliche ist der wahre Himmel. Jener ist schon zu Lebzeiten befreit (Jivanmukta), der bewegungslos wie ein Berg, still und makellos ist, der das Selbst in Sich ist, das absolute Sein, das er als Seligkeit erlebt. Er ist befreit von der Individualität, befreit von allen Konzepten, er ist still, er ist wie das reine Licht, er ist unbeflecktes, friedvolles, beständiges Glück, er ist ohne Körper. Wissen, fühlen, denken, beten, beschließen, verweilen, all dies kann nur im Selbst sein. Meditiere beständig „Aham Brahmasmi“, bis es bleibend wird. Später befreie dich selbst von diesem Gedanken und sei einzig das Selbst. Die Folgerung aller vier Veden, des Rig-, Yajur-, Sama- und Atharva-Veda, ist immer dieselbe: das „wohlbekannte Göttliche“, das „Ich bin das Göttliche“, das „Das bist Du“, und „Ich selbst bin der schöpferische Brahma, das göttliche Wissen“. Derjenige, der dich das lehrt, ist der wahre Guru. Wenn du diese Unterweisung (Upadesa) erhalten hast, wirf alle anderen Bücher fort und bleibe fest in deiner Meditation: „Ich bin das Göttliche“. Lass einzig das reine Sein des Göttlichen verwirklicht sein. Wenn die Sonne dieser Erkenntnis aufgeht, wie kann dann noch die Dunkelheit der Unwissenheit walten? Der Geist dessen, der sich gewiss ist, dass das Göttliche ein einziges Ganzes ist, kann von der Großen Illusion (Maya) nicht mehr erschüttert werden, genauso wenig wie der gewaltige Berg Meru dadurch erschüttert werden kann, dass man ihn an einen Faden bindet. Übe „Das bin ich“ (Soham). Die Erfahrung „Ich bin Shiva“ (Shivoham) wird dich in Shiva verwandeln. Deshalb singe: „Shivoham, Shivoham, Shivoham!“ Wer sich weiter mit der Ribhu Gita beschäftigen möchte, dem empfehle ich das Buch von Prof. N. R. Krishnamoorti Aiyer (Hrsg.) Die Essenz der Ribhu Gita --Last edited by yogi on 2009-02-23 17:13:24 -- | |||
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