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forum Forum index forumBrahmacharya - Enthaltsamkeit - Zölibat forumwird man unfruchtbar bei sehr langer enthaltsamkeit?

Author : Topic: wird man unfruchtbar bei sehr langer enthaltsamkeit?  Bottom
 Neverhate
 Posts : 1
  Posted 08/03/2008 00:10:33 AM
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Hallo

Ich beschäftige mich derzeit stark mit dem Thema Enthaltsamkeit. Ich habe es aber noch nie länger als eine Woche geschafft, meine Lust bzw. meine dumme Gewohnheit wird immer wieder Herr über mich;( obwohl mein Wille und meine Motivation in diesen ersten 7 Tagen meist sehr gross ist.

Allerdings möchte ich nicht mein Leben lang enthaltsam leben, sondern jetzt mal für ein paar Monate, höchstens 2-3 Jahre. Es kann aber gut sein, dass es immer wieder mal solche Phasen gibt.

Da ich mir gut vorstellen kann, später mal Kinder zu haben, beschäftigt mich folgendes: schadet eine Enthaltsamkeit von 2-3 Jahren der Fähigkeit Kinder zu zeugen? weiss das jemand von euch? wäre wirklich lieb wenn mir jemand antworten könnte. Danke

 yogi
 admin
 Posts : 551
 yogi
  Posted 08/03/2008 08:53:59 AM
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Quote :

Da ich mir gut vorstellen kann, später mal Kinder zu haben, beschäftigt mich folgendes: schadet eine Enthaltsamkeit von 2-3 Jahren der Fähigkeit Kinder zu zeugen? weiss das jemand von euch? wäre wirklich lieb wenn mir jemand antworten könnte. Danke




Wir haben im esoterikforum schon häufiger diese Frage diskutiert. Es gab einige, die ebenfalls die Angst hatten, dass eine längerfristige Enthaltsamkeit negative Folgen haben könnte. Ich selber habe zu wenig Wissen, um beurteilen zu können, ob eine längerfristige Enthaltsamkeit, damit meine ich eine Enthaltsamkeit, die länger als 5 bis 7 Jahre dauert, negative Folgen hat. Bei einer Enthaltsamkeit von 2 bis 3 Jahren sehe ich allerdings keine Gefahr. Es wäre aber schön, wenn man mehr Wissen über eine längerfristige Enthaltsamkeit hätte.

Mir fällt gerade ein, dass viele Hindus in den vergangenen Jahrhunderten meist viele Jahre vor der Ehe enthaltsam lebten. Es dürften durchaus auch mitunter 10 Jahre oder mehr gewesen sein. Waren sie dann verheiratet, dann waren sie etwa einmal im Monat mit ihrer Frau intim, ansonsten aber lebten sie enthalten. War die Familienplanung abgeschlossen, dann lebten sie weiterhin enthaltsam.

Leben nicht auch die Juden und die gläubigen Moslems vor der Ehe enthaltsam?  

--Last edited by yogi on 2008-03-08 09:05:34 --

Meditation   Brahmacharya
Sexualität und Spiritualität
 yogi
 admin
 Posts : 551
 yogi
  Posted 09/05/2008 03:21:04 PM
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Quote :

Allerdings möchte ich nicht mein Leben lang enthaltsam leben, sondern jetzt mal für ein paar Monate, höchstens 2-3 Jahre. Es kann aber gut sein, dass es immer wieder mal solche Phasen gibt.

Da ich mir gut vorstellen kann, später mal Kinder zu haben, beschäftigt mich folgendes: schadet eine Enthaltsamkeit von 2-3 Jahren der Fähigkeit Kinder zu zeugen? weiss das jemand von euch? wäre wirklich lieb wenn mir jemand antworten könnte. Danke




Ich möchte mich gerne noch einmal zu diesem Punkt äußern. Es wird allgemein von den Yogis behauptet, dass vollendete Yogis keine Ejakulationen  mehr haben, weder am Tage noch in der Nacht (Pollutionen). Lange Zeit ging ich davon aus, dass die Samen- bzw. Spermienproduktion damit zum Stillstand kommt. Wird vom Körper bzw. vom Hoden kein Samen mehr produziert, dann ist der Mann natürlich nicht in der Lage, Kinder zu zeugen. Deswegen fürchteten einige, die Enthaltsamkeit könnte zur Unfruchtbarkeit des Mannes führen, zur Impotenz.

Ich glaube aber mittlerweile, dass die biologischen Abläufe etwas anders sind, als wie soeben beschrieben. Ich glaube nämlich nicht, dass die Samen- bzw. Spermienproduktion jemals zum Stillstand kommt. Dasselbe gilt für alle Sexualsekrete, die an der Produktion des Ejakulats beteiligt sind. Dies gilt also u.a. für folgende Sexualdrüsen: Samenleiterampullen, Samenbläschen, Prostata, Bulbourethraldrüsen (Cowpersche Drüsen) und für die Littre-Drüsen. Alle diese Drüsen sind an der Produktion des männlichen Ejakulats beteiligt. Dabei haben die Spermien selber sogar den geringsten Anteil, da die Spermien gerade einmal etwa 5 % des Ejakulats (des männlchen Samens) ausmachen. 65 bis 75 Prozent des Ejakulats kommt aus den beiden Samenbläschen, die Prostata steuert etwa 10 bis 30 Prozent bei und der Rest kommt aus den übrigen Drüsen. Jedes Sexualsekret erfüllt ganz bestimmte Funktionen, auf die an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden soll.

Das Sekret der Prostata enthält z.B. Natrium, Kalium, Zink und Magnesium, Calcium, Citrationen, Phosphationen, ein Gerinnungsenzym und Profibrinolysin. Die Prostata entlässt außerdem weiße Blutkörperchen, verschiedene Granulozyten ins Samenplasma. In einer Studie wurde festgestellt, dass verschiedene Bestandteile des männlichen Samens, unter anderem Hormone wie Testosteron, Östrogen und das follikelstimulierende Hormon, Prolactin und verschiedene andere Prostaglandine (Sekrete der Prostata-Drüse) eine anti-depressive, also stimmungsaufhellende Wirkung auf die Frau haben könnten.

Das Samenplasma enthält also sehr wichtige Spurenelelemente, Mineralien, Vitamine, Eiweißstoffe und Hormone, die für die Zeugung des Nachwuchses sehr wichtig sind. Aber sie sind nicht nur für den Nachwuchs wichtig, sondern ebenso für den Mann selber, weil der Körper diese Stoffe unbedingt braucht, damit der Mann sich wohl fühlt. Vergeudet er dagegen seinen Samen permanent, so beraubt er sich seiner eigenen Seligkeit.

Was geschieht also, wenn der  Mann enthaltsam lebt? Kommt die Samenproduktion bzw. die Produktion der Sexualsekrete insgesamt zum Stillstand? Nein, ich denke dieses ist nicht der Fall. Der Samen wird ebenso weiterproduziert wie vorher. Er wird aber nicht mehr durch sexuelle Aktivität dem Körper entzogen und ist damit für immer verloren, sondern er wird nun dem Körper, speziell den Nerven und dem Gehirn, zur Verfügung gestellt. Er wandert von den jeweiligen Sexualdrüsen über die Blutbahn in die Nervenzentren und ins Gehirn. Dieses hat mittelfristig eine sehr vielfältige Wirkung auf den Menschen. Einerseits haben die Sexualsekrete eine sehr starke euphorisierende Wirkung, andererseits eine sehr beruhigende. Langfristig werden dadurch körpereigene Drogen aktiviert, was dazu führt, dass der Mensch sich in einem permanenten Zustand der Seligkeit befindet.

Es gibt also zwei Möglichkeiten, wie man mit den Sexualsekreten verfahren kann. Einerseits kann man sie durch sexuelle Aktivität vergeuden, andererseits kann man sie mittels der Enthaltsamkeit dem Körper zur Genesung bzw. für den spirituellen Fortschritt zur Verfügung stellen. Ich bezeichne diesen Vorgang jetzt einmal als spirituellen Vorgang, obwohl es ja eigentlich ein physiologischer Vorgang ist, der dort abläuft. Vielleicht kann man ihn deshalb als spirituellen Vorgang betrachten, da die Meditation und andere spirituelle bzw. kontemplative Praktiken, wie etwa das Beten, Atemübungen, Yoga und der Zen die heilende Wirkung der Enthaltsamkeit beschleunigen.

Hört nun jemand, der längere Zeit enthaltsam gelebt hat, mit der Enthaltsamkeit auf, dann wird das Samenplasma wieder den Nerven und dem Gehirn entzogen und es wird der Sexualität, dem Zeugungsvorgang zur Verfügung gestellt. Aus diesem Grunde besteht also überhaupt keine Gefahr, dass jemand der längere Zeit enthaltsam gelebt hat, zeugungsunfähig werden könnte.  

--Last edited by yogi on 2008-05-12 13:51:37 --

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